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Mads Mikkelsen in "Der Rausch"

Aktualisiert: Apr 15

Konstant leicht einen sitzen? Das ist die promillehaltige Grundidee dieses Films, der sich als Hommage ans Leben erweist und hoffentlich irgendwann ins Kino kommt. buddy hat ihn schon gesehen und kann ihn nur empfehlen.



Alles begann mit der steilen These des norwegischen Psychiaters Finn Skårderud, die besagt, dass der Mensch mit einem Alkoholgehalt von 0,5 Promille zu wenig im Blut geboren wird und nur durch Zuführen des Fehlbetrags sein volles Potenzial entfalten kann. Sicher erinnert sich je-der an eine passende Situation: das eine Gläschen Wein, das das verkrampfte Date auflockert, oder das allseits beliebte Feierabendbier, bei dem auch an-strengende Kollegen plötzlich viel sympathischer wirken. „Wer von uns hat schon seine Partnerin nüchtern kennengelernt?“, fragt Mads Mikkelsen scherzhaft. „Alkohol ist längst zu einem integralen Teil unserer Gesellschaft geworden. Natürlich steht es außer Frage, dass übermäßiger Konsum schädlich ist, aber dar-um geht es in ‚Der Rausch‘ nicht, denn wir wollten keinen moralischen Film machen.“ Vier frustrierte Lehrer, Tommy, Nikolaj, Peter und Martin, den Mikkelsen in der Hauptrolle verkörpert, beschließen an einem feuchtfröhlichen Abend, besagte These auf den Prüfstand zu stellen und versuchen fortan, konsequent den empfohlenen Pegel von 0,5 Promille zu halten. Was harmlos beginnt, führt zu neu entfachtem Lebensmut, mit zunehmender Filmdauer jedoch auch zur Eskalation, und das ganze Experiment gerät ins Kippen.



Am Filmset selbst herrschte selbstredend strenges Alkoholverbot. Bei der Vorbereitung sah das hingegen teilweise anders aus, wie Mikkelsen schmunzelnd zugibt: „Wir haben uns Alkoholtester besorgt und uns in den verschiedenen Stadien des Betrunkenseins gefilmt. Danach haben wir analysiert, was jeweils mit der Sprache und der Motorik passiert und versucht, das genau so im Film umzusetzen.“ Bei einem dermaßen sensiblen Thema wie Alkoholkonsum rechnete das ganze Team mit einem

„Tsunami an Kritik“, wie Mikkelsen es ausdrückt. Umso überraschter zeigt er sich, dass ebendieser weitestgehend ausbleibt. „Das bedeutet vielleicht, dass die meisten Zuschauer verstanden haben, worum es wirklich geht.“ Ursprünglich sollte der Alkohol im Zentrum des Films stehen, aber ein tragischer Unfall während der Dreharbeiten hat den Fokus nachhaltig verschoben. Die Tochter von Regisseur Thomas Vinterberg kam bei einem Autounfall ums Leben. „‚Der Rausch‘ handelt davon, dass man das Leben zelebrieren sollte. Das ist die Botschaft, die ich von diesem Film mit nach Hause nehme. Wenn du dazu ab und an ein Gläschen Wein als Starthilfe brauchst, dann gönn es dir.“


Fotos: Weltkino



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