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Frag buddy

Ein Thema – ein Expertengespräch. Wir helfen weiter, wo es Probleme gibt. Diesmal: Lampenfieber. Wir sprechen über die verflixte Angst vorm öffentlichen Versagen mit dem Autor Nils Zeizinger.



Nils, was ist das grundsätzliche Problem mit Lampenfieber?

Lampenfieber ist eigentlich ein sehr gewöhnliches Gefühl, auch wenn man es als außergewöhnlich erlebt. Acht von zehn Menschen fürchten sich vor Situationen, in denen es heißt: „All Eyes On Me“. Übrigens gilt das auch für die Profis und die richtig harten Kerle. Nehmen wir den „Godfather Of Heavy Metal“, Ozzy Osbourne. Trotz 50 Jahren Bühnenerfahrung gesteht er in seiner Autobiografie: „Zu sagen, dass ich Nervenflattern vor einer Show habe, ist genauso wie zu sagen, dass es nur ein bisschen wehtut, wenn man von einer Atombombe getroffen wird.“ Paul McCartney hätte in den Anfangstagen bei den Beatles fast hingeschmissen, weil er vor Gigs regelmäßig mit den Nerven am Ende war. Johnny Cash, Eddie Van Halen, Noel Gallagher, Robbie Williams, Michael Jackson – die Liste mit Stars, die sich öffentlich zu ihrem Lampenfieber bekannt haben, ließe sich endlos fortsetzen.


Was rätst du in dem Fall?

Um Lampenfieber zu senken, musst man die richtige Medizin finden. Hier gibt es kein universelles Heilmittel, aber viele Optionen. Eine Mög­lichkeit: Dampf ablassen und locker machen!



Was passiert mit dem Körper, wenn sich Stress aufbaut?

Im Stressmodus schüttet der Körper Adrenalin aus, der Blutdruck steigt, die großen Muskelgruppen werden stärker durchblutet, der Herzschlag und die Atmung beschleunigt. Das Adrenalin regt auch den Fettabbau an, um Energie bereitzustellen. Der Körper ist bereit – und das ist gut so! Doch zu viel des Stresshormons verspannt und verkrampft die Muskeln. Dagegen kann man zum Beispiel auf der Stelle laufen, Kniebeugen, Liegestütze oder Hampelmänner machen. Denn jeder Muskeleinsatz baut Adrenalin ab.


Welche Alternativen gibt es noch?

Atemübungen sind ein bewährtes Mittel: Langsam einige tiefe Atemzüge machen und die Anspannung aus dem Körper prusten. Die Hand auf den Bauch legen, um sicherzugehen, dass sich dieser hebt und senkt. Denn Entspannung tritt nur ein, wenn man tief in den Bauch atmet. Man sollte die Luft nach dem Einatmen immer für einen Moment anhalten.


Und was kann man im Vorfeld tun, um nicht in diese Stressfalle zu tappen?

Rituale sind eine wirksame Strategie gegen Lampenfieber. Indem man auf Gewohnheiten und Abläufe setzt, die man vor jedem Auftritt routinemäßig abspult. Ganz profane Dinge: immer Spaghetti essen, immer die gleichen Socken tragen. Das gibt einem Sicherheit und das Gefühl: „Heute ist es nicht anders als sonst. Es hat immer geklappt, deshalb klappt es auch heute.“


Mehr zum Thema:

Findet sich in Nils Zeizingers Buch „On Stage. Wie du jede Rede rockst – von der Präsentation zur Performance“. Hier gibt es weitere Tipps & Tricks, die Lampenfieber vorbeugen.

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